Andrea Reimann

Wie ich wurde, was ich jetzt bin. Meine Nase steckte eigentlich schon in Büchern, bevor ich –
1976
im sächsischen Sebnitz geboren - darin lesen konnte. Die Großmutter dachte mit Grausen daran, wie oft sie mir die närrische Geschichte vom Katerlieschen vorlesen „durfte“. Während meiner Schulzeit 1983-1995 fand ich Gefallen am Vortrag von Gedichten und Referaten. Diese Fähigkeit nutzte ich für kleine Moderationen zu Auftritten eines Blechbläserquintetts, dem ich im Lauf meiner Ausbildung an der Musikschule Sächsische Schweiz im Fach Trompete angehörte. So wurde der Bergsteigerchor Sebnitz auf mich aufmerksam, dessen Weihnachtskonzerte ich seit 1995 – und inzwischen mit meiner Schwester - moderiere. Auch die Sachsenländer Blasmusikanten, meinen Verein, führte ich einige Zeit durch ihre Auftritte. Im Anschluss an das 2005 bestandene Abitur erlernte ich die journalistische Recherche und Verarbeitung von Informationen, was ich neben der Planung, Themenwahl und Recherche sowie der Gestaltung einer Zeitungsseite fünf Jahre als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion der Sächsischen Zeitung in Sebnitz ausübte.
2000 bis 2008, während des Studiums der Soziologie, Geschichte und Sozialen Verhaltenswissenschaften gehörten Tageszeitung und Fachliteratur zum täglichen, immensen Lesestoff an der TU Dresden und FU-Gesamthochschule Hagen. In der davon ausgenommenen Tageszeit schwand die Lust aufs Lesen – bis ich Hörbücher u.a. von Eberhard Esche entdeckte und mich der geliebten Geschichtenlieder-LP unserer Kinderzeit z.B. von Reinhard Lakomy erinnerte. Sie konnte ich bei einförmigen Hausarbeiten hören. Da mich vorgelesene Geschichten beeindrucken, habe ich begonnen, unseren 2005 und 2006 geborenen Kindern Geschichten vorzulesen – und die beiden bringen ihre Bücher nur allzu gerne herzu. Also lese ich vor: Gute-Nacht-Geschichten und Abenteuer für Kinder, spitzzüngige Abhandlungen Heinrich Heines, tagebuchähnliche Briefe aus einem Brautbriefwechsel um 1790 . . .und manches andere mehr.